Donnerstag, 23. Mai 2013

End Of Days – Oder: Ein Interview Mit Chuck Norris


Habt ihr euch schon mal Gedanken über den Weltuntergang gemacht? Nein, nein, ich rede nicht von der Zombieapokalypse. Dafür haben wir ja hoffentlich alle schon ein Notfall-Kit in der Besenkammer, und einen – wie ich seit gestern – Apokalypse-Partner, der euch Rückendeckung gibt auf der gemeinsamen Flucht in Richtung... sage ich euch doch nicht! So blöd seh' ich aus oder?

Meine kindliche Vorstellung vom Weltuntergang
Nein, ich rede vom richtigen Weltuntergang. Der Ende-aller-Tage-Weltuntergang, der passiert und dann kommt nichts mehr. Also das, was für Atheisten nach dem Tod kommt, nur eben für den ganzen Planeten. Schonmal drüber nachgedacht, wie das wohl ablaufen könnte? 
Vielleicht so Steven Spielberg-mäßig, obwohl es mir persönlich lieber wäre, Tarrentino würde dabei Regie führen. Also ihr werdet lachen, aber ich weiß genau wie das abläuft. Glaubt ihr nicht? Ich kann's sogar beweisen:
Mit ungefähr zwölf Jahren habe ich nämlich davon geträumt - da muss es ja wahr sein. Es war ein normaler Tag und plötzlich fing alles an zu brennen. Das ging so weit, dass ich die glorreiche Idee hatte, in einem Flugzeug würde mir nichts passieren und ich fliege einfach so lange weiter, bis alles abgebrannt und erloschen ist. Traumlogik-Modus an: Das funktionierte aber irgendwie nicht, weil die Flughäfen wahrscheinlich auch schon unter Feuer standen. Also ran ans Wasser. Mein Traum endete in einer Nussschale auf dem Ozean und das Feuer fraß sich durch das Wasser auf uns zu. Wir verbrannten. Meine Freundin Henrike, die übrigens am Sonnabend heiratet und mich bald zur mentalen Tante - Klappe, die Zweite - macht, hat das Selbe geträumt. Ha, da habt ihr's! Das muss ganz klar so stimmen!

Ich interviewte ihn - im Traum
Alles Bullshit, denkt ihr euch jetzt. Natürlich zu Recht. Aber darum geht es eigentlich auch gar nicht. Ich rate euch sogar davon ab, zu viel darüber nachzudenken, sonst fangt ihr noch an wie ich, wirklich ekelhafte Szenarien zu erträumen.
Kennt ihr das, wenn Träume sich so real anfühlen, dass sie einem sogar im wachen Zustand das selbe Gefühl wie im Schlaf vermitteln? Eines dieser Szenarien hat aus genau diesem Grund bei mir einen wirklich einschneidenden Eindruck hinterlassen. Ich habe jetzt in diesem Augenblick Gänsehaut bei der 'Erinnerung' an diesen Traum, der sich auch jetzt noch so real anfühlt...

Ich fahre in Elvira, meinem vorletzten Auto, eine weiße Landstraße entlang und parke den gelben Twingo, dessen Faltdach ganz zurück geschoben ist, am Straßenrand zu einer grünen Wiese. Einen Kilometer weiter geradeaus verschwindet die weiße Straße in einem Wald. Dieser grenzt auch die Rasenfläche zu meiner Rechten ein. Links ist ein breiter Graben und bis an den unkenntlichen Horizont nur Weideland. Ich warte dort an meinem Auto, die Sonne scheint mir auf eine Schirmmütze, die ich abnehme, als der Mann, den ich interviewen soll, die Straße entlang auf mich zu kommt. Es ist Chuck Norris, inkognito. Denn ich erkenne ihn nicht als diesen und befrage ihn zu einem Umweltthema. Obwohl ich mir während der Arbeit nur schriftliche Notizen mache, kommt es mir überhaupt nicht seltsam vor, dass ich ein gelbes Mikrofon halte. Wir stehen auf der Rasenfläche, immernoch sehr nah der weißen Straße. Ich halte das Mikrofon gerade in Richtung Norris, als ich über seinem Kopf einen Flugkörper am Himmel sehe. Schnell erkennen wir, dass er im Wald aufschlagen wird, keine zwei oder drei Kilometer von uns entfernt. Der Flugkörper kommt näher und ich erkenne ihn als Rakete. Wir wissen sofort, dass uns ein strahlender Augenblick bevorsteht – buchstäblich!
Wir rennen los. Ich will ins Auto, aber Chuck sagt, das gehe nicht, weil das Dach auf ist. Ich weiß, dass das mittlerweile überhaupt keine Rolle mehr spielt. Ich weiß, dass es mich gleich zerfetzen wird, ohne dass ich es sehen oder riechen kann. 
Die Explosion hätte ein unauffälliges Gewittergrollen sein können, doch als ich es höre, setze ich die Mütze wieder auf. Ich ziehe meine aufgekrempelten Ärmel herunter und reiße Chuck den Regenmantel aus der Hand, werfe ihn über und versuche jeden Flecken meines Körpers mit irgendwas zu bedecken. Als die Druckwelle kommt, umarmt Norris mich von hinten, versucht mich zu schützen. Ich spüre wie der Druck seiner Umarmung nachlässt und er sich in ätzenden Staub auflöst, der mir um die Ohren fliegt. Der Regenmantel schmilzt auf meiner Haut, frisst sich durch meine Kleider und ich spüre wie es mir das Fleisch wegätzt. Jede Faser meines Körpers scheint zu brennen, zu zerfallen, sich aufzulösen. Ich falle auf die Knie und sehe dabei zu wie das Fleisch meiner Arme von den Knochen fällt. Der Geschmack von Aceton, unfähig zu atmen. Aus.

Quelle: bbc.co.uk
Wäh... jetzt ist mir gruselig. Das legt sich gleich wieder. Trotzdem werde ich gleich N24 einschalten und meinen Blick nach Korea richten. Hier also ein Paradebeispiel, meine Lieben. Nicht so viel drüber nachdenken...


Ich freue mich auf eure Weltuntergangsszenarien.
Und die Traumdeuter unter euch, dürfen sich gern austoben ;D

Kommentare:

  1. Wärst du mal in den Graben gesprungen, dann wärst du auch nicht in Sekundenbruchteilen zerfetzt worden. Statt dessen würdest du ehlendig an der Strahlenerkrankung zu Grunde gehen. :D Such dir aus was dir lieber ist.
    Davon mal abgesehen mache ich mir eigentlich gar keine Gedanken über ein Weltuntergangsszenario. Irgendwann gehen wir alle mal drauf. Ob alt und klapprig mit einem voll geschissenem Bett unter sich oder nachher auf dem Heimweg, tragisch von einem Bus erfast. Wissen wann es uns trifft werden wir nicht. Was danach kommt? Wohl das gleiche wie wenn wir schlafen, nur ohne Träume. NIX. Zumindest erwarte ich auch nix, dann kann ich später nicht enttäuscht sein, falls wirklich nix kommt. Mit der gleichen Grundeinstellung gehe ich übrigens ins Kino. Alle Filme sind grundsätzlich schlecht, dann freu ich mich hinterher immer, dass er doch gar nicht sooooo scheiße war :D
    Aber wenn ich sonst so drüber nachdenken müsste wie unsere Welt untergeht. Wenn das mit der Politik so weiter geht, dann werden wir uns wohl irgendwann tatsächlich selbst gegenseitig die Köpfe einschlagen und wieder das Recht des stärkeren ausrufen. Noch später werden dann Menschen wieder mit degenerieren und wie im Mittelalter hausen. Nach und nach kommen wir in der Nahrungskette weiter nach unten und werden letztlich endgültig von stärkeren Arten verdrängt. Vielleicht leben wir ja dann wie derzeit bedrohte Tierarten irgendwo noch in kleinen Grüppchen am Rande der "Zivilisation"

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    1. da ist ein "mit" zu viel im Text. (4 Zeile von unten, vor degenerieren)

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    2. Also so wie ... wars Einstein, der sagte, der dritte Weltkrieg wird wieder mit Keulen und Stöcken geschlagen? Vielleicht auch Nostradamus? Oder was weiß ich... auf jeden fall halt ich es nicht für unwahrscheinlich, dass wir eines Tages wieder weiter hinten in der Nahrungskette landen ;)

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  2. "Ich weiß zwar nicht mit welchen Waffen im dritten Weltkrieg gekämpft wird, aber im vierten kämpfen wir wieder mit Stöcken und Steinen!"
    Ja, an dieses Zitat von Einstein musste ich, in der Tat, beim Schreiben denken :)

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