Montag, 5. August 2013

Meine Lieblingsmenschen...


Freund, der: Substantiv, maskulin; 1. Person, die einer anderen in Freundschaft verbunden ist, ihr nahesteht; 2. Person, mit der eine Frau oder ein Mann befreundet ist [und mit der sie oder er zusammenlebt]; 3. a) Person, die etwas Bestimmtes besonders schätzt; b) Person, die etwas besonders unterstützt oder fördert; c)Gesinnungsgenosse, Parteifreund o. Ä.

So steht er im Duden, so existiert er seit Anbeginn der Zeit; jeder hat einen – und wenn er auch nur imaginär ist; keiner möchte auf ihn verzichten, denn jeder braucht ihn: einen Freund.

Wie wichtig er ist und inwiefern er sich definiert, hat sich mir erst kürzlich wieder gezeigt und an erster Stelle möchte ich dazu sagen: Kein Mann dieser Welt hat es bisher geschafft mich so sehr zu enttäuschen, wie ein Freund, der seinem Titel nicht gerecht wird.
Und da wären wir schon bei der Krux an der Geschichte: Für jeden definiert sich ein Freund anders, für jeden hat er einen anderen Stellenwert.

An dieser Stelle möchte ich euch von meinen Freunden erzählen. Nur ein paar schlichte Worte, doch jeder soll wissen, wie viel sie mir bedeuten. Und vor allem möchte ich, dass ihr wisst, wie Freunde sein können, wenn man das große Glück hat, sie zu finden – ich habe nämlich gerade erst wieder gesehen, dass das alles so selbstverständlich gar nicht ist...

Einer für alle, alle für einen... 

K.*: Sie musste immer einstecken. Und mit immer meine ich wirklich immer - also auch heute noch. Sie ist immer die Arme, die dem Spott und der Zickerei im Freundeskreis ausgesetzt ist und vor allem ich selbst habe ihr sowohl psychisch, als auch physisch hart zugesetzt. Ich glaube, dafür habe ich mich nie wirklich entschuldigt. Ich glaube, dass hat sie auch nie von mir erwartet.
Sie hat so ihre Eigenarten, die gute K., und viele davon nerven mich. Aber sie nimmt mich so wie ich bin, ohne an mir rumzumäkeln und deshalb ist es wohl das Mindeste, dass ich ihr genau das auch zurückgebe. Sie steht nachts um drei Uhr Spalier, wenn ich sie brauche, und sie weiß genau, wann ich sie brauche. Und obwohl ich nervtötend bin, wenn's mir schlecht geht, weil ich „nicht drüber reden will“, weiß sie, wann es soweit ist. Dann nimmt sie sich die Zeit, mir jede Info aus der Nase zu ziehen, denn danach geht es uns beiden besser.... (näheres im nächsten Beitrag)

D.: D steht für Diva, für Depression, für Dankbarkeit und jede Menge Dinge die nicht mit D
Coole Sau mit Herz am rechten Fleck.  Foto: xx
beginnen. D. ist das Fünkchen Weiblichkeit, das mir fehlt. Er ist der Mensch, mit dem ich nicht reden muss, wenn etwas ist, denn wir sind wie zwei Pole, die sich dadurch ausgleichen, dass sie im selben Raum umherschwirren. Drei Minuten telefonieren mit D. Hat für mich ungefähr den selben Effekt wie ein verlängertes Wochenende. Er ist der Mensch, der mir knallhart Tatsachen um die Ohren haut und das schätze ich sehr an ihm. Wer mich nämlich kennt weiß, dass diskutieren mit mir nicht einfach ist, weil ich immer das letzte Wort und vor allem Recht behalten will.
Unsere Freundschaft basiert auf einer Lüge und jeder Menge Magie, unsere Liebe geht viel tiefer als ich sie für einen Partner empfinden könnte und auch wenn es mittlerweile Menschen gibt, die das anders sehen, ist D. der Leim, der uns alle zusammenhält...

H.: Ein Mysterium! Das trifft es wohl am besten. Ich kenne wirklich keinen Menschen, dem Fortuna so übel mitgespielt hat, und der dennoch so ausgeglichen ist. Aber glaubt mal nicht, dass H. sich jemals beschwert hätte. H. weiß genau, was wann angebracht ist. Als Diplomatie in Person lässt sie Streitgespräche dahinsiechen, indem sie sich gibt, wie sie ist: ruhig aber bestimmt, zuvorkommend aber dennoch fordernd. Sie hat die seltene Gabe mich sogar dann in meine Schranken zu weisen, wenn ich längst nicht mehr zurechnungsfähig bin. Die Frau kann mir – entschuldigt bitte die deutliche Sprache - sogar den Fick vor der Nase ausreden – und dann nehme ich ihr das nichtmal übel! Obwohl sie das von sich selbst wahrscheinlich nicht sagen würde, steckt eine gewaltige Kreativität in ihr. H. Hat meine Kindheit zu etwas Besserem gemacht, ich weiß nicht, wie ich das anders erklären soll...
  

Meine Hand im Feuer für...

JJ.: Wäre mein Leben ein historischer Roman, wäre sie die fragwürdige Hexe, vor der sich alle fürchten. JJ. war schon immer mein Mensch zum Pferdestehlen. Freunde und Familie missbilligen unser Verhältnis bereits seit Jahren, doch unsere Freundschaft zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass uns das überhaupt nicht interessiert. Wir lassen uns von niemandem dazwischenfunken. Gegenseitig schon gar nicht! Ich könnte ihr sagen, dass ich mich zum Mann umoperieren lassen möchte - sie würde es abnicken. Andersrum ist es genauso. Eine weitere Stärke von JJ: Ob eine Woche oder ein Jahr, es ist egal wie lange wir uns nicht sehen - unser Status ändert sich dadurch nicht.

Pornoröse Powerperle J. Foto: xx
J.: Sie ist die Schwester, die ich nie hatte, und die ich eigentlich auch nicht wollte. Sie tauchte so plötzlich auf, dass ich gar nicht mitbekam, wie sie sich in mein verkümmertes Herz schloss. J. ist mein Auffangbecken. Sie ist die Impulsivität, die mir manchmal fehlt. Wir streiten nie, dafür diskutieren wir alles aus. Wir sind uns unbeschreiblich ähnlich auf eine ganz diffuse Art und Weise - denn eigentlich könnten wir unterschiedlicher nicht sein. J. ist gnadenlos ehrlich, was ich sehr schätze. Immer wieder weckt sie das Kind in mir, gleichzeitig ist sie die einzige, mit der ich über Dinge sprechen kann, die ich sonst niemals in den Mund nehme: Kinderplanung zum Beispiel.

C.: Ich glaube, wir brauchen einander dringender, als es uns beiden bewusst ist, auch wenn wir uns noch nicht so lange kennen und auch noch nicht so viel voneinander wissen. Was ich aber weiß ist, dass C. bisher immer für mich da war, wenn alle anderen zu weit weg oder mit sich selbst beschäftigt waren. Ich glaube, er ist sich dessen gar nicht so bewusst. Wenn ich bei ihm bin, habe ich das Gefühl nach Hause zu kommen. Ich weiß, unter seinen Füßen kann ich mit einer Million und dem Bernsteinzimmer im Arm ins Koma fallen - wenn ich wieder aufwache, habe ich zwei Millionen und ein Bernsteinhaus. C. wäre der einzige meiner Freunde, mit dem ich geschäftlich und auf die Dauer zusammenarbeiten könnte.

Sie alle haben eines gemeinsam: Meine ungeteilte Loyalität und Liebe, und das kann ich sogar sagen ohne zu denken "Igitt, mehr rosa Plüsch ging nicht, wa?" Wir haben uns teilweise gegenseitig schon unverzeihlich enttäuscht, doch unser roter Faden ist ziemlich tragfähig. 

Ich klopfe drei Mal auf meine Schreibtischplatte und hoffe, dass das so bleibt, denn auf keinen von euch will ich verzichten, meine lieben Freunde. Ihr seid die Besten und ich hoffe, dass ich euch auch in Zukunft gerecht werde. Danke!



* Wingman: dt. Flügelmann; ugspr. für jmd. der das Selbstvertrauen seines Begleiters stärkt

* Alle Namen geändert oder gekürzt


Lasst euch gern in der Kommentarzeile darüber aus, wie ihr euren Freund seht: Was liegt euch an ihm? Was zeichnet ihn aus? Ist er ein guter Wingman* oder die Schwester die ihr nie hattet? Seht ihr ihn höchstens ein Mal im Jahr, weil er in Maine, USA, lebt oder ist sie die Nachbarin, die täglich zum Kaffee rüber kommt – vielleicht sogar mit besonderen Freundschafts-Dienstleistungen?

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