Dienstag, 28. Mai 2013

A Wriggling Creature

 
Under the blue sky in the darkness
held close by the deep blue
In the heightened space
exists a creature that just starts wriggling

"Ich verliere den Verstand" – Das Gefühl haben wir alle mal. Das Gefühl, nicht mehr Herr unseres Selbst zu sein, weil etwas in uns Überhand nimmt...
Im Lied der japanischen Sängerin Kokia heißt es: Unter dem blauen Himmel in der Dunkelheit, im erhöhten Zwischenraum, wo das Blau tiefdunkel wird, existiert eine Kreatur, die beginnt sich zu winden.
Diese Seite an uns, diese Kreatur, die vielleicht schon immer da war, eventuell aber auch nur das Resultat von Erlebtem oder Erfahrenem ist, steckt wohl in jedem von uns. Eine Kreatur, die den Menschen in uns auffrisst und uns zu jemandem macht, von dem wir wissen, dass wir das nicht sind. Eine Kreatur, die für uns selbst oder für andere eine Gefahr ist oder werden kann.

Donnerstag, 23. Mai 2013

End Of Days – Oder: Ein Interview Mit Chuck Norris


Habt ihr euch schon mal Gedanken über den Weltuntergang gemacht? Nein, nein, ich rede nicht von der Zombieapokalypse. Dafür haben wir ja hoffentlich alle schon ein Notfall-Kit in der Besenkammer, und einen – wie ich seit gestern – Apokalypse-Partner, der euch Rückendeckung gibt auf der gemeinsamen Flucht in Richtung... sage ich euch doch nicht! So blöd seh' ich aus oder?

Meine kindliche Vorstellung vom Weltuntergang
Nein, ich rede vom richtigen Weltuntergang. Der Ende-aller-Tage-Weltuntergang, der passiert und dann kommt nichts mehr. Also das, was für Atheisten nach dem Tod kommt, nur eben für den ganzen Planeten. Schonmal drüber nachgedacht, wie das wohl ablaufen könnte? 
Vielleicht so Steven Spielberg-mäßig, obwohl es mir persönlich lieber wäre, Tarrentino würde dabei Regie führen. Also ihr werdet lachen, aber ich weiß genau wie das abläuft. Glaubt ihr nicht? Ich kann's sogar beweisen:

Mittwoch, 24. April 2013

Bullshit Babyboom


Ich habe mich mal wieder unbeliebt gemacht und durfte kurz darauf einen Menschen aus meinem Leben streichen. Das passiert manchmal, wenn ich meine Klappe nicht halten und mein Gegenüber die Wahrheit nicht verkraften kann. Die Wahrheit bedeutet in diesem Falle meine absolut unanfechtbare und in aller Härte verteidigte Meinung. Das ich recht habe seht ihr gleich, vorher aber kurz zur Situation:

Ich war mittelprächtig angezeckt. Für alle, die nicht wissen, was das bedeutet:
"Sie die guten Seiten: Montag kommt nur ein Mal in der Woche"
Es war Montag – eigentlich sagt das allein schon alles. Nach einem tollen Wochenende in meiner Heimat, ärgerte ich mich darüber, dass es in der neuen Bude noch immer kein Internet gibt, und nach einer Woche Mittelohrenzündung hatte sich auch ein bisschen was auf meinem Schreibtisch angesammelt. Zu allem Überfluss war es draußen grau und grummelig – die perfekte Ausgangsposition für den Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt.

Donnerstag, 28. März 2013

Taste The Place

Verfasst am 17. März 2013

Es ist wahrscheinlich nicht einfach zu glauben, wenn man es nicht erlebt. Viele werden sagen, ich spiele die Situation runter um mein Leid zu vertuschen. Andere werden mich feiern, für das Märtyrium, das ich durchlebe. Weitere werden sagen, ich würde schlichtweg lügen:

Da ist ein Leben außerhalb des World Wide Web!
Feel free, don't be connected ;)

Und es ist erträglich. Nein, das ist Bullshit. Es ist sogar toll! Genauso toll wie mit, vielleicht sogar noch viel besser. Das muss man wohl für sich selbst entscheiden. Ich weiß es auf jeden Fall zu schätzen.

Drei Wochen lebe ich jetzt in der neuen Bude und bin medial noch immer vom Rest der Welt, was so viel bedeutet wie von Euch, abgeschnitten. Und da ich schreiben kann wann immer ich will, muss ich gestehen Euch gar nicht so sehr zu vermissen.. 'tschuldigung.
Ohne Facebook, Twitter und Co erinnert man sich schnell daran, - wenn man das Glück hatte vor... sagen wir... 2000 geboren zu sein – dass man gar nicht alle zwei Minuten wissen muss, was Freunde und Familie gerade essen, spielen, hören, witzig oder berührend finden, wo sie sind oder wer gerade bei ihnen ist.
Es ist unglaublich, wie schnell man genießen lernen kann, nicht immer und überall greifbar zu sein. Ihr macht euch kein Bild davon, wie inspirierend das sein kann!

Leider ganz schlechte Qualität: Eines meiner Besten
Nun, vielleicht klingt das ein bisschen überheblich, wenn man nicht weiß, wie ich das meine. Und ich weiß es auch nur, weil ich es schon einmal konnte.... einmal können musste.
Als ich mit meiner Mutter aus unserem Familienhaus auszog, erlebten wir unsere gemeinsam schönste Zeit überhaupt. Für mich war es die eine Zeit, und es wird immer die sein, an die ich mich mein Leben lang am liebsten erinnern werde.
Ein absolut entscheidender Faktor war damals, dass wir in ein altes Abrisshaus zogen, unter dem eine Fünfhundert-Kilo-Bombe aus dem zweiten Weltkrieg lag.*¹
Es sollte Parkplätzen weichen, doch da jede Art von Bürokratie ewig zu dauern scheint, zogen wir ganz legal in die einzig bewohnbare Wohnung in diesem Abrissaus. 

Altbau. Erstes Obergeschoss links. Zwei Zimmer, Küche, Duschbad, Balkon. Ich bekam das gute Zimmer. Das mit den Zwillingsfenstern und den Rubinien vorm Fenster. Ich strich es Blutrot, malte einen toten Baum an die Wand und kritzelte Songtexte mal hier und mal da hin. Es gab Strom und Wasser. Ein Luxus, den wir zu schätzen wussten.
Damals wussten wir so ziemlich alles zu schätzen. Wir hatten nichts, außer uns selbst und einander. Kein Internet, kein Fernsehen, keine Computer.
Klingt langweilig? Keine Spur!
Während der beiden Sommer, die auch noch superheiß waren, waren wir das Highlight der Nachbarschaft, weil wir fast immer sangen und man uns durch die offenen Fenster und Balkontüren weit hinaus hören konnte. Meine besten künstlerischen Werke, egal ob auf Papier, als Modell oder aus Stein, stammen aus dieser Zeit. Meine intensivsten zwischenmenschlichen Erlebnisse ebenfalls. Für die Freunde, die mich durch diese Zeit begleitet haben, würde und werde ich den Rest meines Lebens bis ans Ende der Welt gehen. Ich fand meine große Liebe und den Weg zum Journalismus und nach Großbritannien....

Das ganze ist fast zehn Jahre her.... Und jetzt sitze ich hier, wieder ohne Internet oder Telefon. Die Cassady den San Fransico Bay Blues. 
My favourite :D
Glotze läuft selten. Stattdessen singt Eva
Ich habe allein schon in den vergangenen drei Wochen so viele tolle Menschen kennen gelernt, neue Möglichkeiten eröffnen sich und die Krönung von allem ist die Wohnung! Ich weiß, total oldschool, aber ich muss es sagen: Alter Schwede! Meine Mum und ihr Müller waren zwei Wochenenden hier, trotz erheblicher Strapazen - an dieser Stelle nochmal gute Besserung! - und haben mit mir eine Wohlfühl-Oase erschaffen! Und wenn dieser verdammt schöne Schnee endlich schmilzt und der Frühling anbricht, – was er kalendarisch in drei Tagen tut – werde ich mich in meinen Garten stürzen und meine Terrasse auf Fordermann bringen. Der Strand ist nicht weit und ich freue mich auf einen tollen Sommer*²!

Nun, das war ein wie immer etwas ausschweifender Einblick in meine derzeitige Situation. Eva trällert mittlerweile mein Lieblingslied, Autumn Leaves, das viel besser klingt, wenn meine Mum und ich es bei 36 ° Grad im Schatten singen und dabei Weinschorle in Wickelröcken schlürfen...
Genau das werde ich jetzt auch tun, nachdem ich den Text gespeichert und den Rechner runtergefahren habe. Für den Wickelrock ist es zwar zu kalt, aber ein flauschiger Bademantel und ein gutes Buch sind genauso angenehm.

Das Buch ist übrigens von einer lieben Kollegin und wenn ich es zeitlich schaffe, erzähle ich euch beim nächsten Mal davon. Bis dahin... schaltet doch vielleicht einfach mal das Smartphone aus und kostet ein bisschen mehr Platz im Kopf. Da ist ein Leben außerhalb des World Wide Web. Und es hat so viel mehr zu bieten, als nur die ultimative Grafik.

xx

 
*²: Kommentare über einen wahrscheinlich schlechten Sommer will ich nicht lesen!

Mittwoch, 20. Februar 2013

Keine Zeit Für Leidenschaft

Jaaaaah, ich weiß es doch Leute! Gab lange nichts zu lesen für euch, und das tut mir Leid.
Uhm, naja okay, eigentlich tut es mir nicht Leid, denn bei Roxx steppt gerade der Bär im Nachthemd.

Mein Umzug steht vor der Tür und im Vorfeld gab es dafür eine Menge zu regeln. Ihr erinnert euch? Die Trennung von meinem Mushu, die viel zu große und zu teure Wohnung, - all das lasse ich ja gerade hinter mir. Allein schon die Banken!

Wenn's um Geld geht... sind sie alle Aasfresser ;)
Schonmal einen Kredit aufgenommen? Nein? Nun, schlau wie man ist denkt man ja "Vergleiche! Nimm das beste Angebot. Lass dich nicht verarschen und vor allem: Lass dir nicht andrehen, was du nicht haben willst"
Ha... jah, dachte ich auch. Vergleich mal die Vielzahl an Banken und ihre Top-Angebote mit bodenlosen Zinsen. Danach schwirrt dir der Kopf von Prozentrechnungen und Worten wie "Risikoversicherung", alle wollen sie deine vermögenswirksamen Leistungen um sie irgendwo zu sparen und dir am besten gleich das Haus mit dazu zu verkaufen. Du willst kein Haus? Glaub mir, nachdem du bei sieben Kundenberatern warst, die dir Immobilien als Altersvorsorge schmackhaft gemacht haben, willst du eins. Sogar ich.

Glöckchen ist entsetzt: Wie viele Bäume starben für meinen Kredit?
Okay nein, ich will kein Haus. Aber wenn ich in etwas investiere, dann auf jeden Fall in Immobilien, denn die sind ja angeblich die beste Altersvorsorge - und auf eine Rente verlasse ich mich sowieso nicht. Bei solchen Aussagen spürt man doch regelrecht, wie der Stock im Arsch sich erhärtet, nicht wahr? Ja, vielleicht. Richtig war es trotzdem und jetzt stehe ich in den Startlöchern für meinen Neuanfang: Mit Kredit, Bausparvertrag, Risikoversicherungen und Extra-Sparkonten. Meine Bank hat mich elegant auseinander genommen, wie eine Seezunge. Bereuen tue ich es aber nicht, schließlich macht all das erst meinen Neustart erst möglich. Ohne die Unterstützung meiner lieben Frau Mama hätte ich das niemals hinbekommen. Wer leiht sich schon gerne Geld?
Und jetzt, wo ich dachte, ich hätte den ganzen Zahlenwust überlebt, steht die Steuererklärung ins Haus.... na toll.

Meins, meins, meeeeeeeins! :D
Und jetzt geht's bald los! Tatsächlich kann ich zu meiner neuen Wohnung fast rüberspucken. Trotzdem muss ein Van oder etwas ähnliches organisiert werden - am liebsten natürlich für einen Kasten Bier - und die Jungs, die mir beim Kartons schleppen helfen, müssen ja auch eingesammelt und bei der Stange gehalten werden - auch am liebsten mit einem Kasten Bier... Von Freunden und Arbeitskollegen bekomme ich ganz vieles für den Haushalt, das mir fehlt - ganz ohne Kasten Bier - und mit meinem Vormieter musste ich verhandeln, denn er lässt mir seine Waschmaschine da - leider nicht für einen Kasten Bier...

Ihr seht: Ich habe alle Hände voll zu tun und da kommt das Bloggen natürlich zu kurz. Dafür verspreche ich hiermit feierlich, jede Menge Fotos zu machen, von meinem neuen Reich. Vielleicht kann ich auch noch den einen oder anderen Tipp beim Streichen geben oderauf eine andere Art und Weise klugscheißern, wie ihr, meine geliebten Leser, es nicht anders kennt.
Bis dahin verabschiede ich mich, denn die Kartons packen sich ja nicht von alleine. Aprospros, wenn ihr noch Kartons übrig habt, ich nehme sie gerne - gibt auch ein Bier ;)